Arbeitslosengeld für Menschen mit Arbeit

Nachdem nun also die Monate März, April und Mai safe waren, blieb die große Preisfrage, wie geht es danach weiter? Denn ein Ende des Lockdowns war für uns noch lange nicht in Sicht. Es folgten also die nächsten Probleme und Magenschmerzen. 

Vorwort: 

Wenn ihr also dachtet, nach dem Soforthilfepaket und dem gescheiterten Eilantrag zum Rotlichverbot konnte es nicht noch schlimmer kommen, erkläre ich euch nun den nächsten Schildbürgerstreich unserer Regierung. Im Nachgang betrachtet muss ich tatsächlich einräumen, dass an der Aussage „Schlimmer geht immer“ etwas dran ist. 

ALG II

Wie sollte es also nun ab Juni finanziell weiter gehen? Ich wusste es nicht und irgendwie wusste auch kein anderer Mensch. Es kamen keine weiteren Förderhilfen. Nun gut, ich hatte noch genügend Geld aus dem Soforthilfepaket übrig, um auch den Juni noch zu überbrücken. Aber auch in diesem Monat folgte kein Fördermittel… 

Nachdem ich dann also Ende Juni wusste, dass das Geld spätestens Ende Juli knapp werden würde, vielleicht noch für den August reichte (übrigens eine Tatsache, an der man sehen kann, das ich gut gewirtschaftet habe), musste wieder etwas eingehen. Aber es gab immer noch nichts. Die einzige Möglichkeit, die man uns Selbstständigen zugestand, war es, ALG II anzumelden. Ein Mensch mit Arbeit soll also Arbeitslosengeld anmelden? 

Eine Tatsache, die mir direkt widerstrebte. Aber was sollte ich tun? Es gab keine andere Möglichkeit. 

Somit habe ich die Anträge erst einmal eingereicht. Da aufgrund der Pandemie keine persönlichen Termine mit dem Amt stattfinden konnten, gab es einen Telefontermin. Ich hatte eine sehr nette Dame am Hörer, mit der ich alles im Detail durchsprach und errechnete. Und jetzt schnallt euch an. 

Ich bestätigte ihr noch einmal die von mir angegebenen Daten in dem Anmeldeformular und fragte sie, was ich denn monatlich raus hätte. Da ich in meinem ganzen Leben noch nie ALG II angemeldet habe, kenne ich mich auch überhaupt nicht damit aus. 

Sie erklärte mir, dass man meine Wohnkosten übernimmt und dazu noch ein Pauschalbetrag von 450 € bekommt. Die Krankenkassengebühren würden direkt übernommen werden. Ich würde also insgesamt 932 € monatlich erhalten. Mir blieb wirklich die Spucke weg. Abgesehen davon müsste ich noch jegliche Versicherungsdaten wie Autoversicherung etc. angeben, obwohl diese Kosten nicht übernommen werden. 

Moment, ich muss also von Kontoauszügen, über Paypal, Autoversicherung usw. alles offen legen, obwohl Kosten für Versicherung etc. nicht übernommen werden? Mal eine Anmerkung am Rande, in den Monaten Juli und August werden übrigens jegliche Versicherungskosten bei mir fällig, weswegen meine Ausgaben hier deutlich höher sind, als in allen anderen Monaten. 

Nach einem kurzen Augenblick des Schweigens, ich musste mich erst einmal sammeln, fragte ich sie dann, wie es mit Unternehmenskosten aussehen würde. Denn eigentlich bin ich ja nicht arbeitslos und Werbekosten etc. wären ja weiterhin monatlich zu leisten. Ja, sie wüsste von diesen Problemen, aber diese Kosten würden ebenfalls nicht übernommen. Ich müsste sie von dem Pauschalbetrage von ca. 450 € monatlich mit finanzieren, wie auch Telefon, Internet, Strom, Lebensmittel etc. Das diese Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht muss ich wohl niemanden erklären. 

Meine nächste Frage war dann, ob ich Geld dazu verdienen darf und wenn ja, wie viel? Das wie viel wollte sie mir nicht konkret beantworten, sie sagte aber, Geld könne man dazu verdienen, wovon die ersten 100 € aber schon einmal pauschal an das Arbeitsamt gingen. 

100 € da sind wir uns sicherlich alle einig, sind in so miesen Zeiten eine Menge Geld. Insbesondere für Menschen mit diesen Lebensumständen und die soll ich direkt abgeben. Für was, einen Top Service oder wie?

Sicherlich könnt ihr euch denken, dass meine komplette Welt erneut zusammen gebrochen ist. Tatsächlich habe ich rund 7 Tage zu Hause gesessen und geweint und war vollkommen verzweifelt, da ich genau wusste, dass ich von diesen Geldern niemals leben könnte. Glücklicherweise habe ich diese Situation aber auch sehr offen kommuniziert, wodurch mich einige User bei Twitter darauf aufmerksam machten, dass in den Niederlanden die Arbeit ab Juli wieder erlaubt werden würde. 

Da war der Hoffnungsschimmer, den ich brauchte, um wieder aufzustehen und weiter zu kämpfen. 

Der Beitrag von Lady Lucy gelesen: 

Anmerkung: 

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