Steuermumpitz und Rotlichtverbot

Die ersten Wochen des Lockdowns finanziell abgedeckt, konnte man endlich wieder etwas durchatmen. Dachte ich zumindest, bis sich einige Politiker den nächsten Schachzug gegen uns ausdachten und in die Wege leiteten… 

Vorwort: 

Nachdem das Soforthilfepaket kam, dachte ich natürlich, dass man aufatmen könnte. Aber falsch gedacht. Wie auch schon mit dem vorangegangenen Betrug oder eben mindestens der arglistigen Täuschung aus der in dem vorherigem Beitrag erläuterten Situation hätte man ja eigentlich schon mit einem neuen fiesen Angriff auf uns rechnen müssen. Aber manchmal glaube ich vielleicht doch zu sehr an das Gute im Menschen. 

Der Eilantrag: 

Das wir sogenannten Sexworker der Politik und insbesondere der EU ein Dorn im Auge sind, dass wissen wir bereits seit 2014. Denn hier wurden die Mitgliedsstaaten bereits dazu gedrängt, dem nordischen Modell zu folgen und unsere Branche somit einzudämmen bzw. vollständig zu verbieten. Denn nach Aussage des EU-Parlaments ist dieses Gewerbe, auch wenn es freiwillig ausgeführt wird, eine Verletzung der Würde und Menschenrechte. 

Anmerkung: Mich hat keiner dazu befragt, ob ich mich in meiner Würde verletzt fühle. 

Bislang trug dies in Ländern wie Deutschland oder den Niederlanden noch keine Früchte, auch wenn es die Versuche in Deutschland immer wieder mal gab. Allem voran setzt sich Bundestagsabgeordnete Frau Leni Breymaier immer wieder dafür ein und scheut auch nicht davor zurück, in aller Öffentlichkeit zu demonstrieren, was sie offensichtlich von Frauen wie mir oder meinen Gästen denkt. Siehe hierzu den folgenden Tweet von ihr vom 13. März 2020: 

Anmerkung: Frau Breymaier ist Bundestagsabgeordnete der SPD, also der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, welche als Arbeiterpartei hervorgegangen ist. Eine Schande, wenn man dann gegen arbeitende und steuerzahlende Menschen vorgeht. 

Nun denn eigentlich hätte hier schon klar sein müssen, dass man etwas im Schilde führt, was sich dann auch schnell raus kristallisierte. Im Mai stellten also 16 Abgeordnete aus Union und SPD einen Eilantrag, damit die entsprechende Branche nicht wieder öffnen dürfe. Übrigens auch hier war Frau Breymaier selbstverständlich vertreten. Ja, damit zeigte sich schnell, was man mit „Mann könne schon mal üben“ genau meinte. Nämlich einen dauerhaften Verzicht auf das entsprechende Gewerbe. 

In der Situation, in der ich mich zu diesem Zeitpunkt befand, kann man sicherlich nachvollziehen, dass dies ein neuer Tiefschlag war. Glücklicherweise einer, der bei den entsprechenden Gerichten kein Gehör fand. 

Selbstverständlich steht Aufgeben aber nicht zur Debatte, weswegen es mit einer groß angelegten Werbekampagne (kurz nachdem wir wieder öffnen durften) für das sogenannte Rotlichtaus weiter ging. Witzig auch hier war Frau Breymaier beteiligt. Siehe hierzu den Tweet vom 2. Oktober 2020:

Anmerkung: Liebe Politiker, bitte bedenken Sie, dass entsprechenden Werbekampagen gegen unsere Branche im Übrigen auch von unseren Steuergeldern finanziert werden, welche man sicherlich sinnvoller einsetzen könnte. Und noch eine weitere kleinere Anmerkung sei mir gestattet, ich weiß nicht warum Frau Breymaier nun zurückrudert, aber in ihrem Tweet vom 5. Oktober 2020 behauptet sie, sie wäre gegen ein Prostitutionsverbot, auch wenn dies im Mai diesen Jahres noch ganz anders klang. Mh, vielleicht schizophren…

Steuern:

Kommen wir aber mal zu einem anderen interessanten Thema, welches ich gerade in einer Anmerkung schon einmal angeschnitten habe und welches übrigens auch einer der Gründe für diese Kolumne ist. Es geht um Steuergelder. 

Als ersten Punkt möchte ich noch einmal anmerken, wie lächerlich es finde, dass es breitangelegte Kampagnen gegen unseren Berufsstand gibt, die aber auch von unseren Steuergelder finanziert werden. Aber das nur mal als kurzer Denkanstoß. Als zweiten und viel wichtigeren Punkt möchte ich mit einem kurzen Märchen aufräumen, welches scheinbar aktuell über Soloselbstständige in den Medien kursiert. 

Darauf gestoßen bin ich über einen Freund von mir. Ein Mann, den ich sehr gut über viele Jahre kenne, den ich sehr schätze, mit gutem Bildungsstand, der sich sehr ausführlich informiert und sogar einmal Politikwissenschaften studiert hat. In einem Telefonat wies er mich darauf hin, dass ich doch derzeit keine Steuern zahlen müsste, was doch bereits eine finanzielle Erleichterung für mich darstellen dürfte. Wäre es nicht so traurig gewesen, wäre ich vermutlich lachend vom Sofa gefallen. Ich fragte ihn, wie er auf die Idee kam, doch noch ohne seine Antwort abzuwarten, klärte ich ihn darüber auf, dass diese Information, woher auch immer sie stammen mochte, Schwachsinn ist. Denn ja, ich konnte meinen Steuerbetrag aus 2019 stunden, musste diesen dann aber, jetzt im November zahlen. Und ganz nebenbei in einem Monat, indem ich mal wieder nicht arbeiten darf… An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an die Bundesregierung und das Finanzamt. 

Also liebe Leser oder Hörer, woher das Gerücht stammt, kann ich euch nicht sagen, aber ich kann euch beruhigen, wir müssen trotz Arbeitsverbot unsere Steuern zahlen, der Staat verzichtet doch nicht auf Einnahmen. Sogar das im vorherigen Beitrag geschilderte Soforthilfepaket muss als Einkommen versteuer werden. 

Die Sache mit den Steuern ist im Übrigen generell eine interessante Sache. Wusstet ihr eigentlich, dass ihr ca. 70 % eures erwirtschafteten Ertrags an Steuergeldern abführt und heute noch eine sogenannte Schaumweinsteuer bezahlt, welche zur Unterstützung der kaiserlichen Flotte eingeführt wurde. Ich frage mich, wann die Bismarck 2 in See sticht, vielleicht sollte man mal beim Finanzamt anrufen und nachfragen. Oder aber, dass es eine sogenannte Zweitwohnsitzsteuer gibt, die Hundesteuer, welche noch aus dem Mittelalter stammt oder die neuerdings in einigen Kommunen erhobene Pferdesteuer. Das wusstet ihr nicht? Nun, ich kann euch nur empfehlen, euch mal schlau zu machen was alles versteuert wird. 

Beim nächsten Mal geht es dann mit meinen Lebensumständen weiter. 

Der Beitrag von Lady Lucy gelesen: 

Anmerkung: 

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