Das Soforthilfepaket

Ein gemeiner Cliffhanger, ich weiß, vielleicht veranschaulicht er aber, wie wir uns dieser Situation gefühlt haben, auch wenn es für euch viel schneller weiter geht, denn die erhoffte Lösung kam tatsächlich. 

Vorwort: 

Wie bereits angekündigt, möchte ich in dieser Kolumne nicht allzu emotional werden, denn dies könnte schnell den Eindruck entstehen lassen, dass ich mich nur öffentlich ausweinen möchte. Darum geht es allerdings nicht. Dennoch bin ich mir sicher, dass das Ende des vorherigen Beitrages und die zuvor von mir beschriebene emotionale Verfassung dazu beiträgt, unsere Situation besser nachvollziehen zu können. Mit diesem Artikel geht es dann wieder etwas sachlicher weiter. 

Die Lösung: 

Wenige Tage nach dem Lockdown tat sich dann etwas. Die erhoffte Lösung trat in Aussicht. Uns Soloselbstständigen und kleineren Unternehmen wurde die sogenannte Corona-Soforthilfe angeboten. Umgehend informierte der Steuerberater mich darüber und als die Anträge für diese dann online gingen, zögerte er nicht, sie noch am gleichen Tage für mich zu beantragen. Tatsächlich ging dann alles sehr schnell. Schon 2 Tage später erhielt ich eine schriftliche Zusage und binnen einer Woche wurde das Geld auf mein Konto überwiesen. 

Tatsache ist aber leider auch, dass ich sehr viel Glück damit hatte. Denn wie überall auf der Welt gibt es auch hier schwarze Schafe, die versuchen, sich am Elend anderer Menschen zu bereichern. 

Um den betroffenen Bürgern schnell auszuhelfen, hatte die Regierung sich für eine unbürokratische Möglichkeit zur Beantragung entschieden. Was aber leider viele ausnutzten, um das Konto zu bereichern und dies auch gleich mehrfach. Der Schwindel flog schon nach wenigen Tagen auf, weswegen man das Verfahren erst einmal stoppte, was aber auch bedeutete, dass viele Menschen, die auf die Zahlung der Summe dringend angewiesen waren, vorerst kein Geld erhielten. 

Umfang der Corona-Soforthilfe: 

Nicht das Vorgenanntes dem Fass ohnehin schon den Boden ausschlagen würde, es wird noch etwas bitterer. Aber vielleicht erkläre ich euch erst einmal, was in diesem Paket enthalten war. 

Wir Soloselbstständigen erhielten vom Staat also 9.000 € für die Monate März, April und Mai. Dieser Betrag sei nicht zurück zahlbar, was aus der Politik mehrfach versichert wurde. Allerdings verwies man immer wieder darauf, dass das Geld dafür gedacht sei, seine Kosten zu decken (welche Kosten wurde zu Beginn des Hilfepaktes nicht genau definiert. Sprich nirgends war ersichtlich, ob das Geld ausschließlich für Unternehmenskosten oder auch für die eigenen Lebenshaltungskosten verwendet werden dürfte. Dazu später aber noch mehr), nicht um große Neuanschaffungen vorzunehmen oder gar bestehende Schulden auszugleichen. Beträge, die man nach dem 31. Mai 2020 noch übrig hatte, sollten zurückgezahlt werden. 

Also alles in allem super Bedingungen für jeden Menschen, der gerade in der Klemme steckte. 

Doch bereits am 1. April 2020 begann die Regierung damit, die Bedingungen für vorgenanntes Hilfepakt zu verändern. So waren die Beträge auf einmal nicht mehr für die eigenen Lebenshaltungskosten gedacht, sondern nur noch für betriebliche Kosten (ausgenommen davon Lohnzahlungen an Angestellte, man konnte ja immerhin Kurzarbeit anmelden, auch wenn ich nicht davon betroffen bin, dies nur mal als Info am Rande). Da ich meine Soforthilfe aber noch vor dem 1. April beantragt hatte, ging ich rein wirtschaftlich betrachtet, ich sagte ja bereits, dass ich gelernte Kauffrau bin, davon aus, dass diese Änderungen für mich nicht gelten. 

Betrachtet man die Situation jetzt also wirtschaftlich so wie ich es getan habe, so ist es doch so, dass man Verträge nach geltendem Recht im Nachgang nicht mehr ändern kann. Würde man dies tun, so läge ein Betrug oder je nachdem mindestens eine arglistige Täuschung vor, da man sich zu ganz anderen Konditionen oder Bedingungen auf den Vertrag eingelassen hat und zu Beginn des Abschlusses gar nicht ausreichend über alle Punkte informiert war. 

Leider hatte ich nur vergessen, dass wir uns nicht in der freien Wirtschaft befinden, sondern von der Regierung sprechen… Ein Fehler, der mir so nie wieder passieren wird. Denn natürlich stellte sich nach vielen Monaten raus, dass diese Änderungen auch für mich galten. So muss ich nach aktueller Sachlage ca. 5.000 € an den Staat zurückbezahlen. 

Ihr könnte euch vorstellen, dass ich nicht der einzige betroffene Mensch in Deutschland bin. Weswegen es natürlich Klagen hagelte und der komplette Vorgang bezüglich der Corona-Soforthilfe bislang ruht. Ganz abgesehen davon, dass ich den Betrag, selbst wenn ich wollte, nicht zurückzahlen könnte, da ich ja schon wieder nicht arbeiten darf und somit keine Einnahmen generieren kann. 

Und wenn ihr jetzt denkt, dass es nicht noch schlimmer werden kann, dann kennt ihr den Rest der Geschichte noch nicht. Macht euch noch auf einiges gefasst. 

Der Beitrag von Lady Lucy gelesen: 

Anmerkung: 

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