Das Virus kam, sah und siegte

Das Nervenkostüm der meisten Menschen ist dünn, bis hin zu gar nicht mehr vorhanden, wenn es um dieses Thema geht, doch ist das Coronavirus nun einmal der Kern dessen, warum ich heute an einem Abgrund stehe und morgen vermutlich einen Schritt weiter bin. 

Vorwort: 

Die meisten von uns sind dessen überdrüssig. Wenn wir das Wort Corona schon hören, kann man quasi sehen, wie sich die Nackenhaare aufstellen oder die Stimmung direkt kippt. Dennoch hatte ich bereits betont, dass wir an dieser Thematik nicht vorbei kommen, zumal sie nun einmal der Casus knacksus der aktuellen Situation ist. 

Ich persönlich starte jedes Mal mit demselben Gedanken in das neue Jahr „Es wird alles besser werden.“ Doch wie sagt man schön, „unverhofft kommt oft,“ denn dann kam 2020. Aber beginnen wir mal vorne… 

Der 1. Lockdown: 

Sicherlich erinnern sich viele von uns daran, dass man zu Beginn des Jahres immer wieder von einem ominösen Virus aus China hörte. Hier und da tauchte mal etwas in den Medien auf und als die Menschen begannen, sich Sorgen zu machen, beruhigt man uns aus der Politik damit, dass alles nicht so schlimm sei und Deutschland nicht betroffen ist. 

Doch komplett ohne Flugschein landete das Virus dann eines Tages eben doch in Deutschland. Man revidierte seine bereits geäußerte Ansprache und berief sich darauf, dass man die Situation wohl doch falsch eingeschätzt hätte. Und ganz ehrlich, wir sind alle Menschen, es ist das Natürlichste der Welt, Fehler zu machen und ich persönlich finde es toll, wenn man sich diese eingestehen kann. 

Allerdings dauerte es dann nicht lange, bis wir sehen sollten, zu welchem Preis dieser Fehler gemacht wurde. Denn quasi von heute auf morgen wurde ein Großteil unserer Wirtschaft herunter gefahren. Kontaktbeschränkungen und später auch Maskenpflicht etc. waren die Folge dessen. 

Aber darauf möchte ich jetzt eigentlich gar nicht mehr näher eingehen, denn jeder von uns weiß, was wir zu Beginn des Jahres alles auf uns nehmen mussten, um das Virus einzudämmen. Mir geht es viel mehr um all die Mensch und Unternehmen, die von heute auf morgen ihre Arbeit nieder legen mussten. Und sicherlich ist mir durchaus bewusst, dass nicht nur wir davon betroffen waren. Aber ist es eben so, dass in den Medien immer über alle Branchen berichtet wird, nur über uns nicht, weswegen ich es mir mit diesem Projekt zur Aufgabe gemacht habe, über uns und unsere Sorgen und Nöte zu berichten. Aber an all die anderen betroffenen Familien, Menschen, Unternehmer, Künstler und Soloselbstständigen sei gesagt, ich habe euch nicht vergessen, ihr alle verdient großen Respekt dafür, dass ihr jeden Tag aufsteht und weiter kämpft. 

Und ja, das Wort „kämpft“ habe ich an dieser Stelle sehr bewusst gewählt und damit meine ich nicht Menschen, die sich über Verbote hinweg setzen, zu Demos fahren oder sonst etwas. Damit meine ich den Umstand, sich tagtäglich der mentalen Herausforderung zu stellen, dass man ggf. nicht weiß, wie man seine Familie oder sich selbst versorgen soll. Das Geschäft aufrecht erhält, Kosten deckt, Angestellte bezahlt oder weiß mit welchen Widrigkeiten man es morgen zu tun hat. 

Abgeschlossen: 

Nachdem also Schwimmbäder und Freizeiteinrichtung die Arbeit neiderlegen mussten, ließ es nicht lange auf sich warten, bis auch wir das Studio abschließen mussten. Denn nach Aussage unserer Regierung sind wir nicht systemrelevant. Wie ich speziell über diesen Punkt denke und vielleicht auch ihr, darauf werden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurückkommen. 

Also Schluss, Feierabend, Schicht im Schacht. Auf geht es nach Hause und dann? Das war die große Preisfrage. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Branchen stellte man uns keinen Termin in Aussicht, an dem wir wieder öffnen dürfen. Wovon wir überleben sollten, wusste auch niemand. Im Endeffekt wussten wir alle nur, wir dürfen nicht arbeiten. 

Ich kann euch sagen, ein absoluter Schockmoment und Achtung, jetzt kommt ein emotionaler Teil. Ihr könnt euch gar kein Bild davon machen, was in einem solchen Moment alles durch euren Kopf schießt. Ihr habt ein Leben, die Verpflichtung ein Tier zu versorgen (ich zumindest) dürft kein Geld verdienen, wisst aber auch nicht, wo ihr welches her bekommt. Im Prinzip seid ihr eigentlich von jetzt auf gleich in der Hölle auf Erden gelandet, denn Existenzängste sind bekanntlicher weise das schlimmste für einen Menschen. Also in seiner ganzen Hektik und Panik kontaktiert man also seinen Steuerberater und der weiß auch nichts. Ein absoluter Albtraum. Er versichert einem zwar, dass der Staat einen nicht hängen lässt, aber Genaues ist nicht bekannt. Nun bin ich sehr altmodisch erzogen. Glaube erst, dass du den Job hast, wenn du den Arbeitsvertrag unterschrieben hast, hast du das auch schriftlich usw. Also nichts in der Hand haben ist für mich ein absolutes No Go. Meine nächsten Tage verbrachte ich dann also mit wenig Schlaf und vielen Magenschmerzen und die laufenden Kosten deckt ich dann erst einmal mit meinen Kapitalrücklagen. Bis dann hoffentlich eine Lösung kommen würde… 

Und wer sich jetzt wundert, dass ich den Beitrag genau an dieser Stelle abbreche, dem sei gesagt, dahinter steckt Absicht. Denn ihr möchtet, so denke ich zumindest, wissen wie es weiter geht und glaubt mir, dass wollte ich zu besagtem Zeitpunkt auch. 

Der Beitrag von Lady Lucy gelesen: 

Anmerkung: 

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