Wer hinter Lady Lucy steckt

Ich hatte es bereits im vorherigen Beitrag angekündigt, dass es unüblich ist, dass eine Domina über ihre privaten Umstände spricht. Aber derzeit sehe ich keine andere Möglichkeit, um unsere Situation verständlich zu schildern. Also das ist Lady Lucy. 

Vorwort: 

Alleine schon aus Diskretionsgründen ist es in unserer Branche vollkommen normal, dass wir mit einem Anonymus arbeiten und nicht über unser Privatleben sprechen. Im Gegenzug dafür würden wir dies aber auch niemals von unseren Gästen erwarten, denn Diskretion ist das oberste Gebot. Doch um bestimmte Vorurteile aus dem Weg zu räumen, möchte ich euch an dieser Stelle schildern, wer ich bin und wie ich Domina geworden bin. Damit meine ich nicht, auf welchem Wege ich zum SM gefunden habe, sondern wie sich mein Leben gestaltet hat. 

Mein Werdegang: 

Ich bin eine 32-jährige Frau deutscher Abstammung. Was ich im Übrigen nicht erwähne, weil ich fremdenfeindlich bin, sondern weil insbesondere Damen unserer Branche gerade in der Öffentlichkeit nachgesagt wird, dass wir alle aus den osteuropäischen Ländern stammen. 

Wie es also üblich ist, bin ich zur Schule gegangen. Ich habe die Fachhochschulreife absolviert sowie eine Lehre zur Kauffrau. Ohne arrogant klingen zu wollen, möchte ich von mir behaupten, dass ich einen guten Bildungsstand habe. Einige Jahre habe ich in meinem Beruf gearbeitet, bis hin zur persönlichen Assistenz der Geschäftsführung. Dennoch muss ich betonen, dass ich in der freien Wirtschaft sehr oft ausgebeutet wurde und damit stehe ich sicherlich nicht alleine da. Denn ich weiß von genug anderen Menschen, die viel arbeiten, Überstunden machen, welche weder bezahlt werden noch abgefeiert werden können, die gestresst und komplett ausgebrannt sind. So ging es auch mir. Mein persönlicher Super-GAU lag allerdings in der Bezahlung. Viel Arbeit, wenig Freizeit und ein noch schlechteres Entgelt. Wenn ich neue Kleidung brauchte, weil die alte Jeans bereits Löcher hatte, fehlte dafür einfach das Geld. Das bedeutete also im Umkehrschluss es muss noch mehr Arbeit her. Durch einen Zufall bin ich dann im Domizil der Gräfin gelandet und dort auch noch bis heute tätig. 

Zu Beginn war ich also nur nebenberuflich im Domizil der Gräfin. Bis mich auch mein derzeitiger Arbeitgeber versuchte, wie eine Weihnachtsgans auszunehmen. Weswegen ich nach einigen Monaten des gründlichen Überlegens zu dem Schluss gekommen bin, dass ich in der freien Wirtschaft einfach nicht glücklich werde und in die Selbstständigkeit Wechsel. Dies war also eine von mir ganz bewusst getroffene Entscheidung, bei der ich im Vorfeld gründlich die Pro und Kontra Seiten gegeneinander abgewogen habe. Wobei ich betonen möchte, dass dabei niemals zur Debatte stand, ob ich mich als Domina wohlfühle. Es ging einzig und allein um die wirtschaftlichen Aspekte. 

Da wir Damen immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen haben, wir wären ungebildet, könnten keiner anderen Tätigkeit nachgehen und wollen nur das schnelle Geld machen, ist es mir sehr wichtig, dass ihr all diese Punkte über mich wisst. Sicherlich bin ich nur eine einzelne Person, aber ich arbeite mit rund 20 anderen Damen zusammen und kann euch vergewissern, dass ich kein Einzelfall bin. 

Meine Lebensumstände:

Ein anderes Vorurteil, welches man uns des Öfteren entgegenbringt, ist, dass wir lediglich das schnelle Geld machen wollen und über unsere Verhältnisse leben. Und um auch dies aus dem Weg zu räumen, erkläre ich euch jetzt gerne, wie ich lebe. 

Ich habe eine Wohnung von 56 qm, die mich nicht einmal 500 € warm im Monat kostet. Also schnuckelig klein zu humanen Kosten. Des Weiteren habe ich einen PKW (ein älteres Model, für das keine Raten oder sonstiges bezahlt werden), Internet und Telefon, einige Werbekosten, nun ja und Strom habe ich auch. Dazu kommen wie bei jedem anderen Menschen Lebensmittel, Hygieneartikel und was man sonst noch so für das tägliche Leben benötigt. 

Und nein, ich habe keinen ausgeprägten Fimmel für teure Handtaschen, Schuhe oder Kleidung. Ich lebe einfach ein stinknormales Leben. Der einzige Luxus den ich mir gönne, ist mein Hund. Zumindest nach deutscher Auffassung muss er ein Luxusartikel sein, denn immerhin bezahle ich eine sogenannte Luxussteuer für ihn. Ich persönlich sehe ihn allerdings eher als Freund und guten Kumpel, der mir mein Leben tagtäglich etwas schöner macht. 

Menschen, die mich bereits über viele Jahre kennen, werden euch sagen, dass ich keinesfalls über meine Verhältnisse lebe und wohl eher als kleiner Dagobert Duck durchgehen würde, der auf seinem Geld sitzt. Meiner persönlichen Ansicht nach ist das keine schlechte Eigenschaft für jemanden der selbstständig ist, denn man muss schließlich immer damit rechnen, dass man zum Beispiel einmal krankheitsbedingt keine Einnahmen hat. 

Das bedeutet also, dass ich zu Beginn der Pandemie Anfang 2020 mit einer guten Kapitalrücklage gestartet bin, von der heute im November 2020 nichts mehr übrig ist. Und wenn ihr euch fragt wie das sein kann, wo ich doch offensichtlich mehr als normal und recht langweilig lebe, dann will ich euch gerne in meinem nächsten Beitrag erklären, wie man mit Menschen umgeht, die selbstständig sind. 

Schlusswort: 

Ich hoffe, dass ihr anhand dieses Beispiels sehen könnt, dass wir nicht alle ungebildet sind, über unsere Verhältnisse leben oder weiß Gott für schlechte Menschen sind. Ich bin privat einfach ein ganz normaler Bürger, dessen Leben für die meisten wohl eher als langweilig oder bestenfalls solide betrachtet werden kann. Dennoch sind mir eben diese Informationen besonders wichtig, da sie für das Verständnis der kommenden Artikel eine große Rolle spielen werden. 

Der Beitrag von Lady Lucy gelesen: 

Anmerkung: 

Ich freue mich sehr über eure Ideen, Vorschläge und Feedback. Dafür erreicht ihr mich sehr gerne über meine Mailadresse ladylucy88@outlook.de Wer mich unterstützen möchte, kann dies sehr gerne, indem er/sie meine Beiträge in den sozialen Medien teilt. Vielen Dank.